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Reservationen

Ein Havasupai Abenteuer

Das indianische Dorf Supai ist der isolierteste Ort im Amerikanischen Südwesten. Um dorthin zu kommen, mussten wir die Autobahn verlassen und folgten die alte Route 66 für mehr als 80 km zu dem Ort Peach Springs auf der Hualapai Indianer Reservation. Dieser verschlafene Ort hat eine Tankstelle, eine Post, einen Lebensmittelgeschäft und eine erstaunlich moderne Hualapai Fluss Lodge (Hotel) und Restaurant.

Hiking to Supai Village © Mike Leco / USATourist.com
Hualapai Hilltop ist das Ende der Strasse. Man muss ab hier wandern um die Sandstein Schluchten, Wasserfälle und das indianische Dorf Supai zu erforschen.

Die Strasse endet am Hualapai Berggipfel

Von Peach Springs fuhren wir 120 km nördlich auf einer verlassenen Indianischen Strasse zum Hualapai Berggipfel. Die Strasse hört einfach auf an einem isolierten Felsenvorsprung , der 500 Meter über einer grossen Schlucht hängt.Dort gibt es ein paar zerfallene Schuppen, ein Gehege mit einem Dutzend Maultieren und einem kleinen weissen Anhänger am Ende eines grossen Parkplatzes. Von hier aus führt ein schmaler Pfad hinunter an der Klippe in den Canyon, wo er eine kleinere Schlucht bildet. Auf unserer Wanderung hinunter trafen wir den Maultierzug, der die tägliche Post aus der Schlucht hinaufbringt.

Der Weg folgt einen trockenen Bach für 10 km. Wir gingen auf weichem Sand und kleinen Steinen und waren umgeben von hohen Wänden von rosa und roten Sandstein, bis wir die klaren Wasser des Supai Flusses erreichten. An einer hölzernen Fussbrücke , die über den Fluss führt, ruhten wir uns aus und kühlten unsere Füsse in dem kalten Wasser. Eine hübsche Indianerin ritt auf dem Weg auf ihrer kastanienbraunen Stute und rief uns lachend zu” Sie sind bald da”.Wir hörten das Echo der Pferdehufe in den Canyon Wänden noch lange nachdem sie verschwand.

Havasu Wasserfall © Mike Leco / USATourist.com
Der Wanderweg von dem indianischen Dorf Supai zum Kampingplatz geht am Havasu Wasserfall vorbei.

Die Zwillingsschwestern bewachen Supai

Bald entdeckten wir die “Zwillingsschwestern”, zwei schlanke hohe Säulen von fein balanziertem Sandstein, die das Dorf von Supai bewachen. Jedes schmale Haus in diesem winzigen Dorf war umgeben von einem Gehege mit ein oder zwei Pferden. Die Strassen waren nur schmale sandige Pfade zwischen den Zäunen der Gehege. Dorfkinder jagten ihre Ponies diese Pfade herunter, während ihre Eltern zuschauten. Wir hielten an am General Store (einem Laden, der alles verkauft) um kalte Getränke zu kaufen und uns wieder auszuruhen.

Dann wanderten wir nochmal 3.2 km in den Canyon hinein, wo wir den atemberaubend schönen Havasu Wasserfall sahen auf dem Weg zum Kampingplatz. Hier wurde unser Zelt aufgestellt am Ufer des gurgelnden Supai Flusses , wo jedes Kalkstein Becken ein unglaublich türkis blau war. Rosa Sandsteinwände ragten 200 Meter an jeder Seite hoch. Zwei Dorfhunde schliefen am Eingang unseres Zeltes und bewachten uns durch die Nacht.

Atemberaubend schöne Wasserfälle

Am nächsten Morgen folgten wir dem Supai Fluss hinunter in die Schlucht und bald kamen wir zu den Mooney Wasserfällen. An dieser Stelle war der Wanderweg aussergewöhnlich steil. Wir gingen durch Tunnel in den Felsen und kletterten mit Hilfe von Fuss Stützen in den Felsen und hielten uns fest an glatten nassen Ketten.Von unten war die Aussicht unbeschreiblich. Eine weisse Wolke von Wasser fiel 50 Meter in ein brilliantes blaues Becken. Die umgebenden Klippen waren in seltsame Kalkstein Skulpturen geformt und mit hellem grünen Moos und Farnen bedeckt.

River Crossing © Mike Leco / USATourist.com
Um den Wanderweg durch deie Supai Fluss Schlucht zu bewältigen bedeutet, dass man oft den Fluss überqueren muss.

Wir wanderten weiter in den Canyon hinein und dieser malerische Pfad wurde mehr und mehr gefährlich und ermüdend. Der Pfad wurde schmaler und wir waren gezwungen, an den Schluchtwänden entlang und auf Felsenvorsprüngen zu gehen. Wir überquerten die kalten Wasser des Supai Flusses mehrere Male. Verkümmerte kleine Mesquite Bäume, Kakteen, Kletterpflanzen und Blumen wuchsen in grossen Mengen auf dem Boden des Canyons. Die rosa Wände ragten höher als 300 Meter über uns. Wir wanderten allein für drei Stunden, sind aber dann wieder zurückgegangen, ehe wir den Colorado Fluss am Boden des Grand Canyons erreichten.

Dies ist das Land das die Zeit vergessen hat

Wir kehrten zurück zum Dorf Supai am späten Nachmittag. Eine Reihe von Indianern und Kindern hatten sich am Marktplatz versammelt, um den Hubschrauber zu beobachten, der Proviant und neue Touristen hereinbringt. Es gibt keine Autos, Lastwagen oder Busse in diesem Canyon. Alles muss entweder mit Maultieren oder mit Hubschraubern hereingebracht werden. Dieses magische Tal ist wie ein Ort, wo die Zeit stehen blieb und man die Zivilization vergessen kann. Leider sind es die Hubschrauber und die Touristen, die diesen Menschen die Welt draussen immer näher bringt. Ich fürchte, dass dieses friedliche Tal nicht mehr lange unberührt und unverdorben sein kann.

Supai Village © Mike Leco / USATourist.com
Das indianische Dorf Supai wird von gewaltigen Sandsteinklippen beschattet.

Wir gingen zu der einzigen Gaststätte im Dorf, dem Supai Schnellimbiss, und assen grosse Mengen von Hamburgers, Chili und gebratenem Brot Tacos. Die Nacht schliefen wir in der Supai Lodge. Unser grosser Raum hatte Strom und ein Badezimmer, doch gab es keinen Fernseher, kein Radio, Telefon oder heisses Wasser. Wir wachten früh auf noch vor dem Sonnenaufgang, und liessen unsere schweren Rucksäcke beim Eingang zurück, damit die Maultiere sie heraustransportieren konnten. Wir hatten beschlossen, ganz leicht zu wandern mit nur ein paar Lebensmitteln und unseren Wasserflaschen. Einer der Dorfhunde begleitete uns.

Der Maultierzug überholte uns

Es war sehr friedlich in dieser wunderbaren Schlucht zu wandern und nur das Geräusch unsere Wanderstiefel zu hören Nichts sonst störte dieses geologische Wunder. Die Morgensonne fing an, die Gipfelköpfe zu erwärmen, während wir durch die kalten dunklen Schatten auf dem Boden des Canyons gingen. Wir sahen keinen anderen Menschen für mehr als drei Stunden, bis wir zwei junge Deutsche trafen, die auf dem Weg zum Dorf waren. Bald darnach hörten wir das Klappern von Hufen und der erste Maultierzug, der die tägliche Post aus dem Dorf herausbringt, überholte uns.

Nach 12 km leichtem Wandern , war die Kletterei 500 Meter hoch an der Schluchtwand eine schwierige Sache. Wir mussten Platz machen und uns an die Wand drücken, wenn eine Gruppe von Maultieren vorbei wollten. Die Indianer auf schönen Pferden , die die Maultiere führten, nickten oder berührten ihren Hut als Gruss, als sie wortlos vorbeiritten. Wir schafften es, zum Gipfel zu kommen gerade um die Mittagszeit.

Hualapai Hilltop © Mike Leco / USATourist.com
Pferde und Maultiere angebunden an einem Zaun am Hualapai Hilltop.

Zurück in die Zivilisation

Der Gipfel in Hualapai war ein Bild von grosser Aktivität. Ungefähr hundert Maultiere waren an einem langen Zaun angebunden. Ein Traktor mit Anhänger lud viele Säcke mit Pferdefutter ab. Ein kleiner Berg von Büchsen, Proviant und anderem Vorrat war in der Mitte des Parkplatzes aufgehäuft. Die Leute verantwortlich für die Maultiere waren damit beschäftigt, Kartons, Säcke und Kisten auf ihre Maultiere aufzuladen.

Wir holten unsere Rucksäcke ab vor dem kleinen Anhänger, kletterten in unser Auto und fuhren zurück in die Zivilisation. Wir werden uns an dieses Abenteuer und unseren kurzen Besuch zu diesem wunderschönen isoliertem Tal von der Zeit vergessen noch lange erinnern. Ich hoffe, dieses friedliche Dorf Supai bleibt von der Aussenwelt ein wenig länger unberührt.

Geschrieben von: Mike Leco
Üersetzung von: Irmgard Castleberry
Foto oben Kredite: © Mike Leco / USATourist.com
Fotobeschreibung: Ein indianischer Führer leitet ein Gespann von Pferden herauf aus dem Tal und dem Dorf Supai zum Hualapai Hilltop.